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Das FSJ war der größte Gewinn

Alena Bullmann ist 20 Jahre alt, kommt aus Hadamar-Oberweyer und macht ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) an einer Grundschule in Elz. Dort unterstützt sie die Sozialpädagoginnen und -pädagogen und hilft im Unterricht. Warum sie sich für ein freiwilliges soziales Jahr entschieden hat, was es für sie bedeutet und wie ihr Alltag aussieht – davon erzählt sie im Interview.

Warum haben Sie sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) entschieden?

Die Inspiration kam tatsächlich von meiner Schwester, die auch schon ein FSJ gemacht hat. Sie hat dabei viele wichtige Erfahrungen gesammelt und ich wusste nach dem Abitur noch nicht, welche berufliche Richtung ich einschlagen möchte. Ich hatte Tendenzen, wollte aber meinen Gefühlen noch ein bisschen mehr auf den Grund gehen, bevor ich mich entscheide und in ein Studium starte. Das weiß ich jetzt: Ich habe geschwankt zwischen Lehramt und Sozialer Arbeit und mich für das Studium der Sozialen Arbeit entschieden. 

Wie sieht Ihr Tagesablauf an der Grundschule in Elz aus?

Morgens starte ich mit der Frühbetreuung von 7 Uhr bis viertel vor 8. Da betreue ich schon Kinder, die so früh da sind, mache Pausen- oder Hofaufsicht. Dann geht es von der ersten bis zur sechsten Stunde in den Unterricht, wo ich unterstütze, Stunden gebe oder Hausaufgabenbetreuung mache. Das ist der schulische Teil. Ab 13 Uhr bin ich dann in der Betreuung. Nach dem Mittagessen machen wir Spiele auf dem Hof, Hausaufgabenbetreuung und dann ist noch mal Spielzeit für die Kinder. Um 16 Uhr habe ich Feierabend. 

Was macht Ihnen besonders viel Spaß bei Ihrem FSJ?

Das hat sich im Lauf der Zeit verändert. Am Anfang war es für mich ganz klar, dass ich die Aufgaben im Schulalltag am liebsten gemacht habe. Mittlerweile muss ich sagen, dass ich sehr viel Spaß an den Aufgaben meiner Anleiterin, die Sozialarbeiterin ist, habe. Ich beschäftige mich gerne mit den Kindern, löse Konflikte und führe Gespräche über Themen, die über den normalen Schulalltag hinausgehen. 

Was fordert Sie im Freiwilligendienst heraus?

Ich bin ein sehr emotionaler Mensch. Da ist es für mich nicht immer so einfach, mit persönlichen Geschichten, Schicksalsschlägen beziehungsweise tieferen Hintergründen von einzelnen Kindern umzugehen. Es sind oft schwierige Familienverhältnisse. Für manche Kinder ist die Schule zum Beispiel der einzige Ort, an dem sie Zuflucht finden. Das ist nicht so leicht, das wegzustecken.

Neben Ihrer Arbeit in der Schule gehören zum FSJ auch mehrere Bildungswochen. Wie läuft das ab? 

Zu den Bildungswochen trifft man sich mit seiner Seminargruppe. Wir verbringen eine Woche zusammen und behandeln verschiedene Themenbereiche. Da kann es um einen persönlich gehen, um viel Reflexion oder auch um psychologische Themen. Es geht aber auch um Kooperation und den Austausch. Ich fand es immer sehr schön und gewinnbringend. 

Mit Blick auf Ihr Freiwilliges Soziales Jahr: Wie bewerten Sie es und wem würden Sie das empfehlen?

Ich sehe es als den größten Gewinn, dass ich erkannt habe, wie es für mich weitergehen soll. Ich habe mich auch als Person sehr weiterentwickelt. Ich habe Ängste überwunden, Menschen kennengelernt, die mich weiter begleiten werden. Es ist das Beste, was ich je hätte machen können. Ich würde das FSJ jedem empfehlen. Es ist kein Jahr vergeudete Zeit. Man lernt sich anders kennen, wächst, macht tolle Erfahrungen und ich glaube, man geht nur mit Gewinn aus dem Jahr heraus. 

Die Fragen stellte Felicia Schuld.

Hintergrund FSJ:

In Deutschland gibt es zwei Arten von Freiwilligendiensten: das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und den Bundesfreiwilligendienst (BFD). Der Dienst richtet sich an Menschen von 15 bis 27 Jahren. Einsatzorte sind Krankenhäuser, Altenheime, Kitas, Jugendkirchen, Schulen und weitere kirchliche Einrichtungen. Zudem gibt es im Bistum Limburg die Chance, einen Freiwilligendienst im Ausland zu machen, und zwar in den Partnerdiözesen des Bistums Limburg. Weitere Informationen gibt es auf der Seite der Fachstelle Freiwilligendienste unter www.wir-freiwilligendienste.de.